Wie kann ich KI im Marketing nutzen?
Was im B2B-Marketing heute zuverlässig klappt
Von Kevin Lueck· · 6 Min. Lesezeit
Inhalt
- Welche Marketing-Aufgaben kann KI übernehmen?
- Wie entstehen mit KI Inhalte, die Kunden überzeugen?
- Wie sieht Google KI-generierte Inhalte?
- Was ist GEO und warum betrifft es das Marketing?
- Muss ich KI-Inhalte im Marketing kennzeichnen?
- Woran messe ich den Erfolg von KI im Marketing?
- Wann lohnt sich KI im Marketing nicht?
KI im Marketing lohnt sich im B2B vor allem für 3 Dinge: Wissen aufbereiten, Texte in Varianten erstellen und Daten auswerten. Schwach wird sie, sobald sie ohne eigenes Fachwissen Inhalte produziert, die jeder Wettbewerber genauso veröffentlichen könnte.
Unter den Unternehmen, die KI nutzen, ist Marketing nach dem Kundenkontakt (72 %) der zweithäufigste Einsatzbereich. Laut Bitkom setzen 54 % von ihnen KI in Marketing und Kommunikation ein (Befragung von 603 Unternehmen, veröffentlicht am 14. September 2026).
Hier erfährst du, welche Aufgaben sich im B2B-Marketing bewährt haben, wo die Grenzen liegen und welche Regeln für KI-Inhalte gelten.
Welche Marketing-Aufgaben kann KI übernehmen?
Am zuverlässigsten Aufgaben, bei denen ein Mensch das Ergebnis in wenigen Minuten prüfen kann. Diese 6 Einsatzfälle tragen im Mittelstand:
| Aufgabe | Was die KI tut | Was du beisteuerst |
|---|---|---|
| Zielgruppen verstehen | Gesprächsnotizen und Anfragen nach Fragen und Einwänden auswerten | Zugang zu CRM und Notizen |
| Inhalte aus Fachwissen | Webinar, Vortrag oder Interview zu Artikel und Posts verarbeiten | Das Wissen selbst |
| Textvarianten | Betreffzeilen, Anzeigen, Einleitungen in mehreren Fassungen | Auswahl, Tonalität |
| Lead-Nurturing | E-Mails nach Interesse und Verhalten auswählen | Regeln, Freigabe |
| Sichtbarkeit in KI-Suchen | Inhalte so gliedern, dass KI-Antworten sie zitieren | Themen, Belege |
| Auswertung | Kampagnendaten zusammenfassen, Auffälligkeiten melden | Entscheidung |
Der erste Fall wird oft übersehen. Dabei liefert er das Rohmaterial für alles andere: die Fragen, die echte Kunden im Vertrieb stellen.
Wie entstehen mit KI Inhalte, die Kunden überzeugen?
Indem du die KI mit eigenem Wissen fütterst und ihr die Fakten nicht überlässt. Ein generischer Auftrag wie „Schreib einen Artikel über unser Produkt“ liefert generischen Text.
Ein besserer Ablauf in 4 Schritten:
- Rohstoff sammeln: Aufzeichnung eines Kundengesprächs, Notizen aus dem Vertrieb, ein Projektbericht.
- Gliederung erzeugen lassen: Die KI schlägt Fragen und Abschnitte vor, du streichst und ergänzt.
- Entwurf schreiben lassen: mit Vorgaben zu Ton, Länge und verbotenen Floskeln.
- Fakten prüfen: Jede Zahl, jeden Namen, jede Aussage über Produkte gegen die Quelle halten.
So kann ein Auftrag für Schritt 3 aussehen:
Schreibe aus dem angehängten Gesprächsprotokoll einen Fachartikel für Einkaufsleiter im Maschinenbau. Nutze nur Fakten aus dem Protokoll. Markiere jede Stelle, an der dir eine Information fehlt, mit [PRÜFEN]. Keine erfundenen Zahlen, Kundennamen oder Zitate. Ansprache: Sie. Länge: etwa 900 Wörter.
Die Markierung [PRÜFEN] ist der wichtigste Teil. Sie zeigt deinem Team, wo die KI geraten hätte.
Schritt 4 ist Pflicht. Google weist in seinen Hinweisen zu KI-Inhalten ausdrücklich darauf hin, dass generative Modelle Wortfolgen vorhersagen und keine Fakten abrufen. Fehler sind deshalb möglich. Google rät, alles vor der Veröffentlichung manuell zu prüfen.
Wie sieht Google KI-generierte Inhalte?
Google verbietet KI-Inhalte nicht. Problematisch wird es, wenn viele Seiten ohne Mehrwert für Leser entstehen. Das kann unter die Spam-Richtlinie zu massenhaft erzeugten Inhalten („scaled content abuse“) fallen.
Aus den Hinweisen von Google (Stand 1. Oktober 2026) ergeben sich für dein Team 3 Regeln:
- Auch Metadaten prüfen: Title, Meta-Beschreibung, strukturierte Daten und Alt-Texte erscheinen in den Suchergebnissen und brauchen dieselbe Kontrolle.
- Entstehung erklären: Google empfiehlt, Lesern verständlich zu machen, wie Inhalte entstanden sind, wo das sinnvoll ist.
- Für Onlinehändler: Im Merchant Center müssen KI-generierte Bilder mit IPTC-Metadaten gekennzeichnet und KI-erzeugte Produkttitel und Beschreibungen gesondert ausgewiesen werden.
Was ist GEO und warum betrifft es das Marketing?
GEO steht für Generative Engine Optimization: Inhalte so aufbauen, dass KI-Suchen und Assistenten sie finden, verstehen und als Quelle nennen. Für B2B-Anbieter wird das relevant, weil KI-Suchen und Assistenten bei der Recherche eine wachsende Rolle spielen können.
Was dabei hilft, ist handwerklich unspektakulär:
- Klare Frage als Überschrift, direkte Antwort in den ersten 1 bis 2 Sätzen darunter
- Belegte Zahlen mit Quelle und Datum
- Eigene Erfahrungen und Beispiele, die es anderswo nicht gibt
- Eine FAQ mit den Fragen, die Kunden im Vertrieb wirklich stellen
Ein Vorher-Nachher-Beispiel für eine Leistungsseite:
Vorher: „Unsere Lösungen für die Intralogistik“, darunter 3 Absätze über Qualität und Erfahrung.
Nachher: „Was kostet die Automatisierung eines Kleinteilelagers?“, darunter 2 Sätze mit Preisspanne und den Faktoren, die sie bestimmen. Danach folgen Ablauf, Dauer und typische Fehler.
Die zweite Fassung beantwortet eine Frage, die ein Einkäufer tatsächlich eintippt. Sie liefert einer KI-Suche zudem einen klaren Abschnitt, den sie zitieren kann.
Wie wir solche Inhalte für Unternehmen aufbauen, beschreiben wir auf der Seite zur GEO-Agentur.
Muss ich KI-Inhalte im Marketing kennzeichnen?
In bestimmten Fällen ja. Art. 50 Abs. 4 der KI-Verordnung der EU gilt seit dem 2. August 2026 und betrifft vor allem 2 Fälle:
- Deepfakes: Bilder, Audio oder Videos, die echten Personen, Orten oder Ereignissen täuschend ähneln, müssen als künstlich erzeugt oder verändert offengelegt werden.
- Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse: Hier gilt eine Offenlegungspflicht, außer ein Mensch hat den Text redaktionell geprüft und jemand trägt die redaktionelle Verantwortung.
Zeigt ein KI-Video eine Person, die einem real existierenden Menschen täuschend ähnelt, etwa deinem Geschäftsführer, plane eine Kennzeichnung ein. Produkttexte informieren in der Regel nicht über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse und fallen deshalb meist nicht unter die Textregel.
Wie das im Einzelfall zu bewerten ist, sollte juristisch geprüft werden. Die Darstellung gibt den Stand vom Oktober 2026 wieder.
Unabhängig davon gilt die DSGVO: Kundendaten aus dem CRM gehören nur in KI-Werkzeuge, für die eine Rechtsgrundlage und passende Verträge bestehen.
Woran messe ich den Erfolg von KI im Marketing?
An Ergebnissen für den Vertrieb. Die Zahl veröffentlichter Texte steigt mit KI fast automatisch und sagt wenig über Anfragen aus.
| Kennzahl | Was sie zeigt |
|---|---|
| Qualifizierte Anfragen pro Monat | Ob Inhalte die richtigen Leute erreichen |
| Zeit pro Inhalt bis zur Freigabe | Ob die KI tatsächlich entlastet |
| Korrekturen pro Entwurf | Ob Vorgaben und Quellen ausreichen |
| Nennungen in KI-Antworten | Ob GEO-Maßnahmen wirken |
Ein Rechenbeispiel mit angenommenen Werten: Ein Fachartikel kostet dein Team heute 8 Stunden. Mit KI-Entwurf und gründlicher Prüfung sind es vielleicht 4.
Das lohnt sich nur, wenn der Artikel mindestens so gut ist wie vorher.
Wann lohnt sich KI im Marketing nicht?
Wenn es kein eigenes Wissen gibt, das die KI aufbereiten kann. Dann entstehen Texte, die nach jedem Wettbewerber klingen, und solche Seiten bieten Lesern keinen Grund, gerade dich zu wählen.
Vorsicht auch bei Kundenreferenzen, Zahlen und Zitaten. Eine KI kann sie bei unklaren Vorgaben erfinden. Was nicht belegt ist, gehört nicht in die Veröffentlichung.
Wie Marketing und Vertrieb mit KI zusammenspielen, zeigt der Artikel KI im Vertrieb: 5 Aufgaben für den Start. Einen Überblick über alle Abteilungen gibt Wie kann ich KI im Unternehmen nutzen?.
Wenn du wissen willst, welche Marketing-Aufgaben in deinem Unternehmen zuerst profitieren, kannst du ein kostenloses Erstgespräch mit KI nerds vereinbaren.
Häufige Fragen
Welches KI-Tool ist das beste für Marketing?
Das hängt von der Aufgabe ab. Wichtiger als das Tool ist, dass es an deine Daten angebunden ist und jemand die Ergebnisse prüft.
Schadet KI-Text meinem Google-Ranking?
Nicht an sich. Google bewertet den Nutzen für Leser. Massenhaft erzeugte Seiten ohne Mehrwert können aber gegen die Spam-Richtlinien verstoßen.
Darf ich Kundendaten in ChatGPT eingeben?
Nur mit Rechtsgrundlage, passendem Vertrag mit dem Anbieter und internen Regeln. Lass den konkreten Einsatz datenschutzrechtlich prüfen.
Was ist der Unterschied zwischen Marketing-Automatisierung und KI?
Marketing-Automatisierung führt feste Regeln aus, etwa eine E-Mail nach einem Download. KI kann zusätzlich Inhalte erzeugen und Muster in Daten erkennen.
Quellen
Über den Autor
Kevin Lueck
Geschäftsführer, KI nerds
